Mobbing ist ein Signalwort.
In Unternehmen ist es Vorwurf, Hilferuf, Aufforderung zum Nachweis, mögliche straf- und zivilrechtliche Relevanz, unangenehm, teuer, gesundheitliche Gefährdung, potentiell existentieller Ruin, Klärungsbedarf, Notwendigkeit zum Handeln, Mediationsauftrag …
Wann ist es sinnvoll, sich bei Mobbing externe Hilfe zu holen? Ist Mediation ein hilfreiches Verfahren? Was gilt es zu beachten?
Mobbing – was ist das?
Mobbing ist salopp gesprochen „grottenschlecht“. Betroffene und Beteiligte möchten aus diesem Loch des Konfliktes raus. Wenn sich Mitarbeiter im Betrieb zurückziehen, kann dies für Vorgesetzte ein Signal sein, hinzuschauen und hinzuhören. Die Frage ist: Um was geht es eigentlich?
Esser und Wolmerath definieren Mobbing folgendermaßen:“Mobbing ist ein Geschehensprozess in der Arbeitswelt, in dem destruktive Handlungen unterschiedlicher Art wiederholt und über einen längeren Zeitraum gegen Einzelne vorgenommen werden, welche von den Betroffenen als eine Beeinträchtigung und Verletzung ihrer Person empfunden werden und dessen ungebremster Verlauf für den Betroffenen grundsätzlich dazu führt, dass ihre psychische Befindlichkeit und Gesundheit zunehmend beeinträchtigt werden, ihre Isolation und Ausgrenzung am Arbeitsplatz zunehmen, dagegen die Chancen auf eine zufriedenstellende Lösung schwinden und der regelmäßig im Verlust ihres bisherigen Wirkbereichs endet.“
Mobbing ist ein Signalwort. Nicht alles, was als Mobbing empfunden wird, ist es letztlich per definitionem. Und aus Erfahrung auch dies: Das Empfinden ist beim „Opfer“ häufig viel leidvoller als das, was an verursachtem Leiden von den „Tätern“ wahrgenommen wird. Es gibt manchmal ein Erschrecken darüber, wie sich dieser Konflikt entwickeln konnte und entwickelt hat. Nicht alles, was planvoll und eiskalt durchgezogen scheint, ist auch so gemeint gewesen. Die falsche Möglichkeit einer der Konfliktlösung gewählt! Andere nicht im Blick gehabt? Eine vermeintliche Notlösung gewählt?
Wer ist beteiligt?
Beteiligt sind auch die scheinbar Unbeteiligten! Denn sowohl Unternehmer, Geschäftsführer, Vorgesetzte und Betriebsrat sind strukturell in einer Mitverantwortung. Egal auf welcher Hierarchiestufe sich das Mobbing-Geschehen abspielt, es sollte die Vorgesetztenebene und auch die betriebliche Mitbestimmung nicht kalt lassen.
Beim Mobbing können auch Vorgesetzte direkt beteiligt sein und ihre Machtstellung ausnutzen. Und auch die Kollegen und Mitarbeiterschaft können beteiligt sein. Und sei es nur durch Wegschauen.
Beteiligt ist auf jeden Fall der Mensch, der leidvoll von Mobbing betroffen ist. Und ebenfalls der oder die, welche als „Täter“ vom „Opfer“ identifiziert werden. Manchmal mischen sich im fortgesetzten „Krieg im Betrieb“ auch die Rollen.
In Unternehmen und Organisationen besteht häufig eine Überforderung, mit betrieblichen Bordmitteln den Konflikt zu lösen. Externe Hilfe ist dann eine kluge Wahl. Mediation kann der schnellere, nachhaltigere, vertraulichere und preiswertere Weg sein. Nicht jeder weiss um diese außergerichtliche Möglichkeit. Eine Entscheidung für Mediation ist eine Entscheidung für ein ergebnisoffenes Verfahren, das selbstbestimmt geführt werden kann und zunächst einmal alle anderen Optionen nicht ausschließt.
Mediation – eine Möglichkeit der Konfliktlösung
So wie Mediation als Möglichkeit der innerbetrieblichen Konfliktlösung nicht überall bekannt ist, so muss sich auch erst ein Auftrag entwickeln.
Mediation kann nur dann erfolgreich sein, wenn
- die Konfliktparteien sich für Mediation entscheiden.
- jeder in seiner Rolle Verantwortung für seine Interessen und Bedürfnisse übernehmen will.
- das „Mobbing-Opfer“ gesundheitlich in der Lage ist, sich selbstbestimmt zu vertreten.
- Machtunterschiede in der Mediation angemessen wahrgenommen und berücksichtigt werden. Als Mediator sichere ich dies durch Einzelgespräche mit jeder Konfliktpartei ab.
- Das Mediationsverfahren nicht als Alibi für ein Fortführen schädigender Handlungen dient.
- Die Konfliktparteien über ihre Möglichkeiten informiert sind und sich während des Verfahrens informieren können.
- Eine Übereinkunft erreicht werden kann über das, was im Unternehmen kommuniziert wird (Vertraulichkeit und abgestimmte Information).
- Alle Beteiligten an einer nachhaltigen Lösung interessiert sind.
Für nähere Informationen und persönliche Beratung stehe ich gerne zur Verfügung. Bei betrieblichen Vereinbarungen gegen Mobbing und der Moderation eines Konfliktmanagements unterstütze ich Sie gerne. Wer sich über das Thema Mobbing informieren möchte, dem empfehle ich den
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