Coaching Commitment

Coaching als Roundtable-Thema

CoachingCoaching ist eine professionelle Form reflexiver Beratung in der modernen Arbeits- und Berufswelt, die sich von der Expertenberatung abgrenzt.

Der Roundtable der Coachingverbände (RTC) – eine Interessengemeinschaft aus Expertinnen und Experten unabhängiger Berufs- und Fachverbände – legt erstmals gemeinsam abgestimmte Grundaussagen zur Profession des Coachs vor. Einige Aussagen des Papiers möchte ich kritisch kommentieren. Die gemeinsame Erklärung an sich ist eine Leistung, um der Fachöffentlichkeit, Auftraggebern und Coachees in zentralen Fragen Orientierung zu geben.

Grundverständnis Coaching

Coaching„Coaching richtet sich an einzelne Personen (bzw. Personengruppen) und fördert deren Fähigkeit zur Selbstorganisation im Berufs- und Arbeitsleben. Coaching unterstützt die Person bei der Gestaltung ihrer persönlichen Entwicklung, ihrer sozialen Rollen und ihrer Kooperationsbeziehungen sowie bei der Bewältigung ihrer Entscheidungs- und Handlungsanforderungen im Arbeitsleben. Coaching wird durch einen Coach ausgeübt, dessen Qualifizierung von einem Berufs- oder Fachverband anerkannt ist (siehe weiter unten Abschnitt Kompetenzerwerb). Im Dialog zwischen Coach und Klient werden Reflexions- und (Selbst-)Erfahrungsräume eröffnet und Klärungsprozesse initiiert. Durch die Erschließung neuer Perspektiven werden Entwicklungspotenziale und Handlungsspielräume erschlossen, Lern- und Veränderungsprozesse angeregt und begleitet sowie die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit gestärkt.“ (Seite 2 RTC-Positionspapier)

Lesen Sie den vollen Text: Positionspapier Roundtable: Profession Coach
Verbände: BDVT, DBVC, DCV, DGfC, DGSv, dvct, EASC, EMCC, ICF, QRC.

Umfang der Ausbildung im Coaching

„Der Roundtable der Coachingverbände empfiehlt, dass der zeitliche Umfang für eine Basisqualifizierung 150 Präsenzstunden zu je 60 Minuten in Anwesenheit von qualifiziertem Lehrpersonal nicht unterschreitet. Lehr- und Lernformen, die dem Transfer von Theorie und Praxis dienen, sind hierbei nicht eingerechnet, ebenso kommen Zeiten des Selbststudiums oder des Lernens in kollegialen Systemen hinzu.“ (Seite 4 RTC-Positionspapier)

Kritische Fragen bleiben

– Der Ausbildungsumfang von 150 Präsenzstunden stelt sich mir als ein Kompromiss dar, der einen zu engen Rahmen bietet für die Bandbreite der gesellschaftlichen Aufgabe und der Anforderungen der Praxis. Die Weiterbildungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB) weisen mindestens 570 Stunden (davon 420 Präsenz-Stunden) auf:
DGfB_Weiterbildungsstandards. (Weiteres zum Thema unter „Qualität“ auf meiner Homepage.) Warum ist Konsens hier wichtiger als Qualität? Scheinbar wird erst einmal zwischen grundlegender Kompetenz und Aufbau-Kompetenz unterschieden, um die beteiligten Coachingverbände am Tisch zu halten. Auch hinsichtlich der European Professional Card (EPC) ist eine Definition der „Profession Coaching“ berufsrechtlich von Belang. Mit Dr. Beate Fietze von der Humboldt-Universität zu Berlin ist eine profilierte Wissenschaftlerin zum professionsoziologischem Diskurs im wissenschaftlichen Beirat des RTC.

– „Der Roundtable der Coachingverbände wird einheitliche Standards für die Qualifizierung vorlegen. Diese Standards nennen Kriterien zur Qualitätsprüfung und beschreiben unverzichtbare inhaltliche und formale Mindestanforderungen in den Abschnitten Qualifizierungskonzept, Curriculum, Anbieter, Lehrpersonal und Teilnehmende. Bestandteil dieser Standards werden auch Anforderungen an die Fort- und Weiterbildung von Coachs nach dem Erwerb der oben genannten grundlegenden Kompetenzen sein.“ (Seite 5 RTC-Positionspapier) Diese Standards sind weiterhin auf der Agenda. Ob das Commitment die erforderliche Energie mobilisiert, den Weg weiter zu gehen und Nägel mit Köpfen zu machen? Der Weg ist hier noch nicht das Ziel, aber eine Etappe in die Richtung.