Reflexion

Reflexion in Supervision und Coaching

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Ziel der Reflexion ist die innere und äußere Stabilität des Menschen, um Entscheidungen und Entwicklungen zu ermöglichen.

Professionelle Reflexion will Menschen in ihren Situationen und Herausforderungen, in ihrer Freiheit und Verantwortung unterstützen.

Reflexion und Selbstreflexion

Annemarie Bauer und Susanne Pfeifer-Voigt haben die Selbstreflexion „Das Immunsystem des Selbst“ genannt. Ich mag dieses Sprachbild. Reflexion und Selbstreflexion gehören zu den ureigensten Themen der Supervision. Es braucht einen Freiraum zur Reflexion.

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Reflexion ist so etwas wie ein begleitender kühler Bach. Er gibt eine sinnliche Erfahrung für ein Weiterfließen. Er regt an, sich Pausen zu gönnen. Denkpausen. Pausen für Nach-, Quer- und Vordenken.

Wertvolle Erfahrungen und Gedanken aus dem eigenen Leben fließen mit. Sie verknüpfen sich im Gedankenfluss mit dem jetzigen Weg und Status quo. Frühere Reflexion wird zur schöpferische Ressource in der Jetztzeit.

 

Deshalb ist Reflexion eine Investition nicht nur ins Jetzt, sondern auch ins Morgen hinein. Reflexion macht den Kopf wieder frei mit Blick auf die eigenen Ressourcen. Professionelle Reflexion geht respektvoll mit den blinden Flecken um und spart auch Unangenehmes nicht aus.

Supervision und Reflexion

Was halten Sie von dieser These? Arbeit ist hier nicht eng geführt auf Erwerbsarbeit.

„These 4: Systematische Reflexion innerhalb komplexer und dynamischer Arbeitsprozesse schafft die Stabilität in der Dynamik und sichert erfolgreiche Arbeitsbeziehungen.

Wer heute arbeitet, ist deutlichen Unsicherheiten und einer steigenden Anforderung zur Selbststeuerung ausgesetzt. Es muss neu und mit Nachdruck darüber nachgedacht werden, wie und wodurch innere und äußere Stabilität für Menschen im Arbeitsleben entstehen kann. Volks- und/oder betriebswirtschaftliche Modelle reichen hierfür nicht aus. Gerade der Versuch, Dynamik mithilfe abstrakt formulierter und scheinbar allgemeingültiger Erklärungsmodelle fassen zu wollen, führt zu einer weiteren Entfremdung von Menschen gegenüber den sie umgebenden Strukturen. Gefragt sind an dieser Stelle der Mut zur Offenheit, die Sensibilität für die Komplexität von Arbeitswirklichkeiten und die Fähigkeit, Vielfalt zuzulassen und aus ihr zu schöpfen. Veränderung wird so zum gelebten und gewollten Normalzustand.

Ohne absichtsvoll geplante Denkpausen allerdings werden Veränderung und Wandel zu einem flüchtigen Geschehen, dessen Gestaltung die Menschen aus der Hand gegeben haben. Denkpausen beugen der Erschöpfung vor, machen Vergewisserung und kritische Reflexion möglich. Durch gezielte und eigens organisierte Reflexion ist es möglich, trotz weniger sicherer Struktur und trotz weniger allgemeingültigen Regelsystemen in der Arbeitswelt zufriedenstellend und selbstbestimmt tätig zu sein. Diese systematische Reflexion zu ermöglichen, zu entwickeln und zu sichern, ist die zentrale Aufgabe für all jene, die Verantwortung für die Gestaltung der Arbeitswelt tragen.“

[Wertschätzung und Reflexion. Thesen für eine verantwortliche Gestaltung der Arbeitswelt von morgen. Diskussionsvorlage für die Mitgliederversammlung 2010 der Deutschen Gesellschaft für Supervision e.V. (DGSv)]

Tipp-Klick: Ich empfehle einen guten Umgang mit eigenen Ressourcen, auch wenn sie individuelle Grenzen erfahren. Ein anregender Kurzfilm von Julia Hermesmeyer zum Thema AMD (Altersbedingte Makula-Degeneration) mitten aus dem Leben:

Wie ein beschlagener Spiegel