Südwestfalen: Arbeit und ihr möglicher Verlust aktivieren Angst, die in Coaching und Supervision einer Realitätsprüfung begegnet.
Die Existenzsicherung der meisten Menschen hängt von ihrer Arbeitskraft ab. Auftretende Ängste überlagern eigene Möglichkeiten: die entlastende Fremdeinschätzung durch Berater, das gemeinsame Verstehen, das Gefühl für ein realistisches eigenes Selbstwertgefühl und das individuelle wertvolle Potential.
Angst ist nachhaltig ein schlechter Motivator, wird von manchen Führungskräften aber auch mehr oder weniger bewusst als Macht-Strategie eingesetzt.
Ängste knüpfen im Menschen an frühe Erfahrungen der Unsicherheit an.
Arbeit als Gegenstand von Sinn, Coaching und Supervision
„Wir leben nicht, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um zu leben“. Arbeitslose Menschen merken, dass ihnen ohne Arbeit etwas fehlt. Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Erwerbsarbeit, um Einkommen zu erzielen. Aber auch Tätigkeiten wie Eigenarbeit, Bürgerarbeit, Ehrenamt, Elternarbeit, Hausarbeit …
Mit dem Sinn der Arbeit setzen sich sowohl Arbeitslose auseinander als auch die, die zu viel Arbeit vor sich haben, z.B. Menschen in Führungspositionen und in Berufen, die mit sehr viel Stress und Verantwortung verbunden sind. Etliche finden keinen Sinn mehr in ihrer Tätigkeit. Sie spüren sie als Last. Unzufriedenheit und Krankheit sind mögliche Signale dafür, dass der Sinn nicht (mehr) erfüllt wird. Menschen, die in der Arbeit ihren Neigungen nachgehen können (z.B. Künstler, Handwerker, Wissenschaftler) erleben Studien zufolge mehr Sinn in ihrer Arbeit. Die Austauschbeziehung von Arbeit und Geld als eine (sic!) Basis für ein Arbeitsverhältnis wird dann als sinnvoll empfunden, wenn der Handel als gerecht eingeschätzt wird.
Angst und SInn als Thema für die Beratung
Angst, den Anschluss zu verpassen. Dazustehen wie bestellt und nicht abgeholt. Angst davor, dass die persönlichen Möglichkeiten nicht (mehr) ausreichen in der Situation oder für eine Alternative.
Gegen die Angst und mit all ihren „Gefühlsgeschwistern“ kann in Coaching und Supervision menschlich und professionell gearbeitet werden.
„Bleiben oder gehen?“ Die Frage stellen sich Arbeitende durchaus. In der Beratung ein neuer Blick auf den bestehenden Berufsalltag und seine Perspektiven lohnt für die weitere Arbeit und Beschäftigung mit Zweifeln. „Das macht den Kopf frei!“ formulierte eine Supervisandin in der Sitzung.
Einige neue Berufsperspektiven sind im Rahmen von Berufswegeplanung und Karriereberatung daraus entstanden und haben ihren Sinn im Leben erwiesen. Bildung, Gesundheit, Können, Wissen und Haltung sind dabei wesentliche Ermöglicher und Beschleuniger. Für Fachkräfte werden die Chancen auf Sinnerfüllung durch Arbeitsplatzwahl mit der Zeit immer größer. Und Unternehmen müssen sich mit der Sinnfrage in Zeiten von Fachkräftemangel ebenfalls vermehrt auseinandersetzen.
Sich der Sinnfrage zur Arbeit auszusetzen, bringt einiges in Bewegung. Und Sinn ist individuell auch eine Persönlichkeitsfrage. Und auch das glaube ich aus Überzeugung: Dauernd das zu tun, was man nicht will, macht krank. Das kann nicht der Sinn von Arbeit sein und schädigt Mensch und Unternehmen.
Tipp-Klick:
Ich habe unterschiedliche Qualifikationen im Blick. Nicht alle sind so bilderbuchartig und mit Bildungschancen fundiert wie bei Herrn Rolf Dobelli im unten genannten Artikel (Dobelli lesen lohnt, empfehle ich).
