Wenn eine Doppelspitze in der Führung nach Coaching fragt, sind vorher einige Entscheidungen beschlossen. Doppel- und Mehrfachspitzen in der Unternehmensführung müssen einige typische Herausforderungen meistern und können aus dieser Ressource heraus arbeitsteilig und gemeinsam führen.
Doppelspitze
Doppelspitzen sind in unterschiedlicher Konstellation anzutreffen. Es gibt sie formal gleichberechtigt, aber auch als „Quasi-Doppelspitze“, von der informell oder formell erwartet wird, die Organisation gemeinsam und störungsfrei zu führen. Manchmal hat sich eine Doppelspitze aus eigener Entscheidungshoheit für eine Zusammenarbeit entschieden (z.B. Unternehmer in einer Sozietät). Oder Führungskräfte wurden durch Stellenneubesetzung oder übergeordnete Gründe (z.B. Fusion, Reorganisation, Wahl) durch eine hierarchisch übergeordnete Instanz zur Zusammenarbeit verpflichtet. Eine Quasi-Doppelspitze kann auch informeller Natur sein. Es mag keine formale Gleichberechtigung vorliegen, aber ein Stellvertreter nimmt beispielsweise das Aufgabengebiet präsent wahr. Problematisch ist es, wenn eine Doppelspitze eine der wichtigen Führungsaufgaben – die Konfliktregulierung im Unternehmen – nicht wahrzunehmen vermag, weil die Führungskräfte gegeneinander Konfliktpartei geworden sind.
Konfliktmanagement, Konfliktprophylaxe, Konflikteskalation
Es gibt Doppelspitzen, die zur Aufrechterhaltung und zur Verbesserung ihrer Zusammenarbeit prophylaktisch Supervision oder Coaching nutzen. Meine Erfahrung bestätigt, dass dies eine gute Investition in eine vertrauensvolle Kooperation ist. Führungskräfte sind manchmal schneller in die Aufgabe rein gewachsen, als sie wollten. Und fühlen sich eher als Fachexperte für andere Aufgaben. Dennoch bedarf diese Aufgabe einer soliden Reflexion. Im Alltag geht der bewusste Austausch über die Interaktion, Kommunikation und manche unerwähnten Ressourcen oder Unebenheiten leicht verloren. Der neutrale Dritte als Beratungsexperte im Coaching und als Supervisor regt diese Selbstreinigungskräfte in den Führungskräften ebenfalls anders an, als es zu zweit passiert, und führt sie zum Ergebnis.
Supervision – Coaching – Mediation
In hocheskalierten Konflikten empfehle ich ebenfalls einen Berater, der als Mediator die Konfliktparteien allparteilich unterstützt, ohne dass es öffentlich vor Gericht geht, viel Geld kostet und als Ergebnis ein Urteil provoziert, das die Konfliktparteien nicht mehr selbst steuern können. Als Mediator, Coach und Supervisor erlebe ich aber auch, dass Konflikte auf der Führungsebene (Doppelspitze) nicht miteinander ausgetragen werden, sondern über die Mitarbeiterschaft. So als bedürfe es eines Dritten für den Konflikt. Nicht umsonst haben die alten Römer das Modell des Triumvirats bevorzugt, weil dann auch mit einem Stimmverhältnis von 2:1 entschieden werden konnte – aber im Führungsgremium. Die Polarität von Vertrauen und Verrat muss trotzdem bewältigt werden. Und bitte nicht nach alter römischer Sitte mit einem Meuchelmord. Selbst im Konflikt in den Entscheidungen bewusst und klug zu bleiben sowie mit weitem Blick wahrzunehmen, ist eine Unterstützungsleistung von professionellen Beratern.
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