Supervision in der Pflege nehmen Führungskräfte und angehende Leitungskräfte aller Hierarchie-Ebenen sowie Mitarbeiterteams wahr. Themen, die unter die Haut gehen, und manches, das abperlen muss.
Supervision ist ein Instrument der Personalentwicklung und dient der Resilienz (seelische Widerstands-kraft) und Psychohygiene der Beschäftigten. In Krisenzeiten, wenn es brennt, ist Supervision wie ein Hydrant in einer strategischen Infrastruktur und begleitet Prozesse der Organisationsentwicklung und des Changemanagements.
Pflege berührt
„Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ Diesen Satz dichtet man Menschen an, die sich nicht verändern wollen, aber dennoch zur (Inter-)Aktion auffordern. Ein Grundbedürfnis des Menschen ist das nach Zugehörigkeit und Beziehung. Wie und wann, wie intensiv und nah diese Begegnung ist, will ein Faktor der Selbstbestimmung sein.
Die Veränderungsbereitschaft in pflegenden und betreuenden Berufen wurde in den letzten Jahren gehörig herausgefordert. Dies betrifft sowohl den ambulanten Bereich (z.B. ambulante Dienste), den teilstationören Bereich (z.B. Tagespflege) als auch den stationären Bereich (z.B. Krankenhaus, Seniorenzentren, Altenheime, Hospize). Beschleunigung ist eins der Phänomene mit wachsendem Stress in einem enger werdenden Personal- und Zeitrahmen. Arbeitsbedingungen unterstehen einem ökonomischen Diktat. Damit muss umgegangen werden.
In den Rahmenbedingungen sich klug und menschlich zu bewegen, bedarf einer Reflexion und einer gefestigten Rollensicherheit. Alter, Krankheit und Tod rufen Gefühle und Fantasien der Abwehr hervor. Nicht umsonst werden Gefühle wie Scham, Schuld, Wut, Aggression, Kontrollzwang bei Pflegethemen schnell aktiviert. Supervision entlastet einerseits durch die geleitete Reflexion und zeigt gemeinsam Wege auf, die Begrenzungen des Arbeitsfeldes zu gestalten. Sisyphos-Arbeit?
Supervision für Leitungskräfte
Meine Erfahrung zeigt, dass es lohnt, in die Personalentwicklung von Leitungskräften zu investieren. Ihnen kommt eine besondere Gestaltungsverantwortung in den Einrichtungen zu. Es zeigt sich immer wieder, dass bei einer so komplexen personalintensiven Dienstleistung, wie sie in Pflege und Betreuung besteht, die Reflexion und die Kommunikation den Menschen und den Situationen gerecht werden muss. Die komplizierten Interaktionen der verschiedenen Hierarchieebenen und Professionen, die internen und externen Schnittstellen sind ebenso wie konzeptionell-inhaltliche Anforderungen zu meistern.
Supervision für Teams der Pflege
Der Teamgedanke ist gerade in so berührungsnahen Berufen wichtig und entlastend. Teams leisten eine Menge Integrationsarbeit in ihren formellen und informellen Strukturen. Gleichzeitig erweist es sich immer wieder als schwierig, trotz Arbeitsbelastung eine Auszeit für Reflexion zu organisieren. Stimmt es im Team nicht, dann potenziert sich die Belastung der Arbeit. Existenzielle Erfahrungen mit Pflegebedürftigen rühren an eigene Ängste, Nöte, Hoffnungen und Freude.
In guten Teams erleben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sie lachen können. Wann haben Sie zuletzt bei der Arbeit gelacht?
